Infektionen der oberen Atemwege sind die häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Sie werden in 90-98% der Fälle durch Viren ausgelöst und sind nicht durch Antibiotika behandelbar. Nicht selten hält der Husten über mehrere Wochen an und ist kaum durch Medikamente zu beeinflussen. Er beginnt zumeist als trockener Reizhusten, wird dann zunehmend schleimiger und bessert sich schließlich.
Pflanzliche Hustensäfte können den Krankheitsverlauf nicht beeinflussen. Sie führen zu keiner Symptomlinderung und auch zu keiner schnelleren Heilung und sind daher verzichtbar. Gleiches gilt für die Inhalation mit 0,9%-ger Kochsalzlösung.
Wann sollten Sie auf jeden Fall in die Praxis kommen?
- Bei Atemnot und/oder Symptomen einer obstruktiven Bronchitis oder eines Asthma bronchiale mit „pfeifender“/„rasselnder“ Atmung
- Bei allgemeiner Schwäche und Weigerung zu trinken
- Bei zusätzlich hohem Fieber über einen Zeitraum von > 3 Tagen
- Bei Husten, der unverändert länger als 3 Wochen anhält.
Was können Sie zu Hause tun?
- Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken, gerne Tee mit ggf. etwas Honig (allerdings kein Honig im 1. Lebensjahr!!!). Honig hat laut Studienlage eine beruhigende Wirkung auf die Atemwege.
- Schlafen bei kühler Luft und mit erhöhtem Oberkörper
- Kurzzeitig abschwellende Nasentropfen – nicht länger als 5 Tage. Altersgemäße Konzentration und Dosierung beachten!
- In Ausnahmefällen kann der Hustenreiz bei unproduktivem Husten mit einer hustenstillenden Medikation reduziert werden. Im Kleinkindes- bis Jugendalter ist ein Therapieversuch mit einem „Hustenblocker“ (Antitussivum) möglich.
Wann darf mein Kind wieder Kindergarten oder Schule besuchen?
- Falls Ihr Kind so stark an seiner Atemwegsinfektion leidet, dass es aufgrund von Erschöpfung und Symptomlast nicht unbeschwert zu spielen vermag, sollte es sich zu Hause noch einige Tage erholen.
- Ansonsten dürfen Kinder trotz Husten und Schnupfen eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen.



